Der Ingenieur Rudolf Kellermann gründet in Osterode am Harz die „Rudolf Kellermann Fabrik für Gewindeteile“. Mit drei Mitarbeitern und ohne Eigenkapital beginnt er, in einer alten Fassfabrik Schrauben für die Automobilindustrie herzustellen.
Zu dieser Zeit arbeiten schon 76 Mitarbeiter in der jungen Fabrik für Gewindeteile. Nach großen Investitionen in neue Maschinen stellt der Betrieb nun Pleuelschrauben, Radbefestigungsschrauben, hochfeste Schrauben nach Normvorschriften und Zeichnungen sowie Kleinteile für den Flugzeugbau her.
Während des Zweiten Weltkrieges muss die Fabrik hauptsächlich Schrauben für die Flugzeugindustrie herstellen. Das Werk wird stark vergrößert und die verschiedenen Fertigungsschritte kapazitätsbedingt in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Zusätzlich wird ein Labor für die Qualitätsprüfung eingerichtet.
Schon im Sommer 1945 erhält Rudolf Kellermann die Erlaubnis, die Produktion der ursprünglichen Produktpalette wieder aufzunehmen.
Rudolf Kellermann entwickelt zusammen mit seinen Mitarbeitern eine hydraulische Stahlschneidemaschine, um Materialproben entnehmen zu können.
In der Fabrik für Gewindeteile in Osterode arbeiten nun über 1.000 Mitarbeiter, die mehr als 6.000 Tonnen Stahl zu Schrauben für die Automobilindustrie verarbeiten. Das Werk stößt an seine Kapazitätsgrenzen und Rudolf Kellermann gründet in Homberg (Ohm) einen zweiten Standort, eine Fabrik für Konstruktionsteile.
Rudolf Kellermann untersucht mit Hans-Christof Klein den „Einfluss der Reibung auf Vorspannung und Anzugsmoment von Schraubenverbindungen“ und stellt die „Kellermann-Klein“ Formel auf, die bis heute der weltweite Standard für die Auslegung der Anzugsmomente nach DIN/EN/ISO 16047 ist.
Die erste Mehrstufenpresse, ein „Boltmaker“ aus den USA, trifft in Homberg (Ohm) ein. Eine Maschine kann nun 70 Schrauben in der Minute herstellen. Dies ist der Beginn der vollautomatischen Produktion von hochfesten Schrauben in Deutschland.
In Homberg (Ohm) arbeiten inzwischen über 800 Mitarbeiter und das Werk stößt - ähnlich wie 15 Jahre zuvor das Werk in Osterode - an die Grenzen seiner räumlichen Kapazitäten. Im 30 Kilometer entfernten Alsfeld wird der dritte KAMAX Standort gegründet.
Am 13. Dezember, wenige Wochen vor seinem 72. Geburtstag, stirbt Firmengründer Rudolf Kellermann in Altstätten in der Schweiz. Schon vorher hat die nächste Generation der Familie Kellermann Verantwortung im Unternehmen übernommen und stellt nun sicher, dass KAMAX ein unabhängiges Familienunternehmen bleibt.
KAMAX beliefert erstmals direkt Automobilhersteller in den USA.
KAMAX übernimmt die spanische Schraubenfirma TUSA und leitet damit die Internationalisierung ein. Das Werk in Spanien firmiert heute unter KAMAX S.A.U.
In Homberg (Ohm) werden im Dezember 1986 eine neue Versandhalle sowie ein vollautomatisiertes Hochregallager eingeweiht. Das neue Regalsystem ist 26 Meter hoch und 55 Meter lang. Computergesteuerte Maschinen können über horizontale und vertikale Führungsschienen innerhalb einer Minute jedes beliebige Fach erreichen.
In der tschechischen Stadt Turnov baut KAMAX ein komplett neues Werk, das fünfte der Firmengruppe. In Homberg (Ohm) wird ein hochmodernes Entwicklungszentrum eingeweiht. Dies ermöglicht KAMAX, sich durch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Markt zu differenzieren.
KAMAX fasst durch die 100%ige Übernahme des Schraubenherstellers G.P. DUPONT in Detroit, Michigan erfolgreich Fuß in Amerika.
Die dritte Unternehmergeneration von KAMAX gründet zusammen mit dem französischen Automobilzulieferer
A. RAYMOND im belgischen Genk den Full Service Provider FACIL („Fasteners and Connections International“). FACIL bietet alle Verbindungselemente für die Automobilindustrie aus einer Hand an.
FACIL operiert inzwischen an drei Standorten. Für die Herstellung von mehr als 1 Million Fahrzeugen pro Jahr werden Teile von FACIL verwendet.
KAMAX beliefert erstmals direkt Automobilhersteller in China.
Der Erfolg des FACIL-Konzeptes wird in die Nutzfahrzeug-Industrie übernommen. Facil operiert nun bereits an 8 Standorten.
Im Mai wird in Homberg (Ohm) die neue Werkstoffoberflächen-Behandlungsanlage in Betrieb genommen. In den USA ist das Werk in Lapeer mittlerweile durch gezielte Investitionen eines der modernsten des Landes und wird zusätzlich um zwei große Produktionshallen erweitert.
Im November wird das neu gebaute Werk in Bardejov, Slowakei, eröffnet. KAMAX produziert nun mit mehr als 2.500 Mitarbeitern an weltweit neun Standorten.
KAMAX startet eine umfassende und globale Kooperation mit der japanischen Aoyama Seisakusho-Gruppe.
KAMAX verstärkt sein Engagement in Asien durch Gründung von Vertriebsgesellschaften in China und Japan.